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Managerismus
Denkzettel Nr. 86
18.05.2024

Leitsätze

von Manfred Hoefle

 

 

Die dreißig Leitsätze sind die Quintessenz aus 20 Jahren Beschäftigung mit Unternehmensführung, Managerismus, Wirtschaftsordnung/-weise und deren Einfluss auf Gesellschaft und Gemeinschaft. Sie eignen sich als Ausgangspunkt zu Analyse und Diskussion; sie regen an, Haltungen und Entwicklungen zu bedenken und zu überdenken. Die unter www.managerismus.com publizierten Denkzettel und Denkschriften unterlegen die Leitsätze.

Unternehmensführung/-kultur

1. Gebot verantwortlicher Unternehmensführung: maßhalten statt maximieren.

2. Verantwortungsvolle Unternehmensführung lebt von der Integrität an der Spitze.

3. Gute Führung erkennt man am Verhalten der Manager.

4. Charakter ist die wichtigste - und am meisten verdrängte Eigenschaft.

5. Am Tun erkennt man die wahre Einstellung – am Reden häufig nur den Schein.

6. Dominanz des Kapitalmarktes beeinträchtigt verantwortliche Unternehmensführung.

7. Der ‚Shareholder Value‘ geht auf Dauer zulasten von Nachhaltigkeit und Gemeinwohl.

8. Starke Incentivierung weckt Habgier und Neid.

9. Compliance ist kein Ersatz für Verantwortung.

10. Je komplexer Strukturen und Prozesse, desto geringer die persönliche Verantwortung.

11. Innovation ist der unternehmerische Weg, Effizienz der von Managern bevorzugte.

Managerismus

12. Managerismus ist im Kern Vorteilsnahme zulasten der Beschäftigten, von Lieferanten, Anteilseignern, letztlich des Unternehmens.

13. Managerismus ist die Abkehr von Maßhalten und Verantwortung.

14. Die großen Übel des Managements: Kurzfristigkeit, exzessive Vergütung, Größen-/ Wachstumssucht, CEO-Glamour, Externalisierung (Haftung).

15. Haftungsvermeidung und Boni-Maximierung sind manageristisch.

Wirtschaftsordnung/-weise

16. Wertschöpfung und Abschöpfung/Ausnutzung sind unverträgliche Wirtschaftsweisen.

17. Wertschöpfung und Wertschätzung bedingen einander.

18. Inflation schadet der Realwirtschaft und Gesellschaft.

19. Kurzfristigkeit und Nachhaltigkeit schließen sich aus.

20. Die Sicherung von Wettbewerb begrenzt Macht nachhaltig.

21. Robustheit von Unternehmen verlangt Bindung und Beschränkung von Größe.

22. Soziale Marktwirtschaft verlangt gesellschaftlichen Ausgleich.

23. Kapitalismus ist dem Wesen nach unmäßig.

24. Eigentümer-Unternehmerschaft ist der Sozialen Marktwirtschaft am besten zuträglich.

Gesellschaft und Gemeinschaft

25. Man kann nicht beides haben: den alleinigen Vorteil und zur Gemeinschaft dazugehören wollen.

26. Vorherrschaft des Kapitals untergräbt Gesellschaft und Gemeinschaft.

27. Mit Maß und Mitte gelingt gesellschaftliche Entwicklung.

28. Ohne Werte und Prinzipien scheitern Wirtschaft und Gesellschaft.

29. Eine Werte-Kultur verlangt Sinngebung, Rücksicht, Aufrichtigkeit und Bindung.

30. Einfachheit und Überschaubarkeit sind Grundbedingungen menschengerechten Wirtschaftens.

 

Fragen an Sie: Ergeben sie ein schlüssiges Bild? Welche Leitsätze sind aus Ihrer Erfahrung die wichtigsten, aus Ihrer Sicht die treffendsten? Welche wollen Sie an andere weitergeben? Haben Sie noch Vorschläge?